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Tom Schönauer

Tom Schönauer im Gespräch mit Carl Friedrich Schroer - Gesamt
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Thomas Schönauer (* 1953 in Düsseldorf) ist ein deutscher bildender Künstler. Seine Werke sind sowohl im öffentlichen Raum als auch in privaten und institutionellen Sammlungen vertreten.

Thomas Schönauer ist ein Meister der Verwandlung, was besonders deutlich in den "Skydrops" wird. Er arbeitet vorzugsweise mit Stahl, einer gehärteten Metallegierung, der allgemein Stabilität, Dauerhaftigkeit und Widerstandskraft zugeschrieben wird. Der Bildhauer geht jedoch über diese Eigenschaften hinaus. Er verleiht dem Schwergewicht Stahl eine unerwartete Leichtigkeit. Durch die aufmerksame Beobachtung und ständige Arbeit mit dem Material macht er es zu einem Stoff, dessen Eigenschaften er in sich aufnimmt und in letzter Konsequenz transzendiert. Daher erscheinen die Skulpturen Schönauers schwer und leicht zugleich und sind trotz ihres Gewichts meist beweglich. Sie erinnern an die alchimistischen Vereinigungen von Gegensätzen. (Auszug aus: Ursula Lytton, Katalog: Thomas Schönauer 2008+)

Der "Skydrop" ist, wie der Name sagt, keine Skulptur, die aus dem Boden emporwächst, sondern eine aus dem Himmel herabfallende. Ihr optimaler Standort ist ein Inselplatz, der nicht zur Begehung, sondern zur Betrachtung von außen vorgesehen ist. Das Geheimnis dieser Skulpturenserie liegt in der dynamischen Bewegung von-oben-nach-unten und den unterschiedlichen Eindrücken, die sich dem Betrachter bei der Umgehung aus den verschiedenen Blickwinkeln bieten. Der Skydrop ist im Gegensatz zu den Metaphysischen Skulpturen eher eine Zuordnung der Volumen zueinander, die durch den freien Raum zwischen den Segmenten bestimmt wird. Im Gegensatz zu früheren Arbeiten wird der Raum jedoch nicht eingeschlossen. Vielmehr handelt es sich um eine Definition im Raum, vorher dagegen um eine Relation zum Raum. (Auszug aus: Ursula Lytton, ct. cum tempore; in: Thomas Schönauer, Vom Himmel gefallen, 2009)

Die "Atompops" ... sind ein Symbol des menschlichen Denkens, der Vernetzung aller Dinge, des Laufs der Zeit und der universalen Ordnung. Die Kugeln gelten nicht als bloße Form, sondern als Sinnbild und Initiator geistiger Aktivität.
Die Atompops setzen sich aus polierten, silbern glänzenden Edelstahlkugeln zusammen. Ihre Anordnung ist scheinbar willkürlich und asymmetrisch. Die Kugeln spiegeln sich ineinander und erzeugen in der Reflektion neue, virtuelle Räume. Aber nicht nur das: Sie sind per se in sich geschlossen und autark. Sie stehen sowohl als Symbol eines einzelnen, isolierten Elements mit einem definitiven Innen- und Außenleben, als auch als Teil eines großen Ganzen. Dies wird durch die hochglänzende Silberfläche betont, die das Bild der Außenwelt reflektiert und sie damit wieder zu einem Teil ihrer selbst macht.
Die räumliche Dimension der Kugel wird durch die zeitliche mit der Applikation von Farbe ergänzt. Dabei wird die Farbe nicht systematisch aufgetragen, sondern in einem Prozeß des gesteuerten Zufalls über die Kugeln gegossen. Die Farbe symbolisiert den Fluß der Zeit und ihre Wirkung auf die Materie.

Die "Space Paintings on Steel" sind der Beginn der dreidimensionalen Darstellung auf ebener Fläche. Dieser Arbeitsbereich entstand aus der Idee, von der 2-Dimensionalität beispielsweise der Tusch- und Aquarellzeichnung zu einer Objekthaftigkeit und Drei-Dimensionalität zu gelangen. Da Papier die Farbe aufsaugt und deshalb für dieses Konzept ungeeignet ist, entschied sich der Künstler für das ihm vertraute Material, nämlich den Stahl. Dieser bietet der Flüssigkeit lediglich eine Basis und erlaubt dem nassen Farbauftrag die Bildung einer reliefartigen Struktur. In den Space Paintings werden quasi verschiedene Ebenen eines Skulpturenensembles wiedergegeben: Ansicht, Grundriß und Aufsicht.

In den "CT-Paintings", den Computer-Tomography-Paintings, verdichtet Schönauer diese Technik und setzt das Thema Materialität und Immaterialität fort. Diese Technik wurde über viele Jahre in Kooperation mit einem Industrielackproduzenten entwickelt. Vereint wird in dieser Serie ein langwieriger Entwicklungsprozeß mit einer geradezu improvisatorisch anmutenden Malweise. Der kreative Akt ist kurz, basiert jedoch auf intensiver Vorarbeit und eingehender mentaler Konzeption. Er kulminiert in einem Augenblick äußerster Konzentration.
Und führt das Thema Materialität und Immaterialität aus der Bildhauerei fort.
Zur Verwendung kommen lediglich fünf Grundfarben: Weiß, Gelb, Rot, Blau und Schwarz. Als Flüssigpigmente werden sie einem Muttergebinde aus Epoxydharz und Quarzsand beigegeben. Nach der Applikation der Farbkomposition auf die Stahlplatte setzt ein organischer Prozeß ein: Die Farben arbeiten eigenständig. Sie laufen aus- und ineinander, reagieren aufeinander, verändern ihren Ton, unterdrücken das ein oder andere Pigment oder setzen es frei. In dieser Osmose werden Linien zu einer Fläche und Flächen verbinden sich zu Landschaften. Die Reliefhaftigkeit ergibt sich sowohl durch die Schichtung des Materials als auch durch die Farben selbst. Die CT-Paintings sind ein Studienobjekt klassischer Farbtheorie. Sie zeigen das Verhalten der fünf Grundtöne, ja sie lassen sogar mitunter ihr unterschiedliches spezifisches Gewicht erkennen. Allein aufgrund ihrer inhärenten Qualität erzeugen die Farben einen räumlichen Eindruck. Selbst auf gleicher Ebene treten Gelb und Rot optisch stets in den Vordergrund, wogegen blaue und dunkle Töne in den Hintergrund weichen. Die Tiefenräumlichkeit ergibt sich aus der unterschiedlichen Wirkung der einzelnen Nuancen.

(Auszug aus: Ursula Lytton, ct. cum tempore; in: Thomas Schönauer, Vom Himmel gefallen, 2009)

 
 
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