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Nam June Paik Award 2010 - Präsident der Kunststiftung NRW - Dr. Fritz Schaumann - Preisverleihung
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Nam June Paik Award 2010 - Präsident der Kunststiftung NRW - Dr. Fritz Schaumann - Preisverleihung

Düsseldorfer Kunstereignis: Nam June Paik Award 2010
[Vera Kriebel]

Am 30. September 2010 wurde der Nam June Paik Award vergeben und die Ausstellung mit den acht für den Preis nominierten Künstlern eröffnet. Ab 1.10.2010 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich. In diesem Jahr ist besonders attraktiv, dass die diesjährige Ausstellung und Preisverleihung mit der umfassenden Retrospektive zu Nam June Paik während der Quadriennale im museum kunst palast verbunden ist.

Preisträger des Nam June Paik Awards 2010

Aus acht nominierten Kunstwerken wurden Ali Kazma mit "Obstructions" und Rosa Barba mit "Coro Spezzato: The future lasts one day" am 30. September 2010 für den internationalen Medienkunstpreis Nam June Paik Award 2010 (dotiert mit 25.000 Euro) ausgewählt.
Förderpreis 2010 an Congress und Erika Hock

Den Förderpreis der Kunststiftung für Nachwuchskünstler in Höhe von 15.000 Euro, an den NRW-Hochschulen ausgeschrieben wird, erhalten 2010 das Künstlerduo Congress (Magdalena Kita, Giuletta Ockenfuß) und Erika Hock. Die Sieger des Förderpreises stellen ihre Arbeiten im Rahmen der jeweiligen Ausstellung des nächsten Nam June Paik-Awards aus. 2010 stellen daher die Förderpreisträger des Paik Award 2008, Adriane Wachholz und Thorsten Hallscheidt, zwei ihrer Werke aus.

Adriane Wachholz: Bleistiftzeichnungen und Videobilder

Hallscheidt kombiniert verkohlte Stämme mit Projektionen und macht den philosophischen Rundumschlag mit seinem Verweis auf Kants Kritik der reinen Vernunft, Schopenhauer und Buddhismus. Wachholz ergänzt Videobilder mit Kohlezeichnungen - der gezeichnete Wald wird mit Videomond/sonne überblendet, was eine etwas feenhafte, romantisierende Stimmung erzeugt (siehe Foto unten).
Paik-Award-Preisträger 2010: Gegenpolig, aber schwach

Mit Kazmas Obstructions und Barbas Coro werden - im Vergleich zu den übrigen Nominierten - eher schwache, konventionelle Arbeiten ausgezeichnet. Die Jury hat damit zwei altbekannte Pole der westlichen Neuzeit bedacht: Kazma spricht die Ratio an, Barbas Werk ist voller Emotion.
Ali Kazma: Arbeitsaufnahmen contra Thermodynamik

Kazmas Obstructions sind handwerklich solide gemachte filmische Momentaufnahmen und Dokumentationen des modernen Arbeitslebens. Mehrere parallel und nebeneinander laufende Filme bilden eine Montage des heutigen Lebens. Die einzelnen Filme sind nicht sonderlich spannend und originell (Tatort zum Beispiel der Operationssall des Chirurgen oder das Schlachthaus) - der Besucher hat vielmehr den Eindruck eines Déjà-vu, sie schon im öffentlich-rechtlichen Dokumentarfernsehen oder in den unzähligen Ausstellungen zur Medienkunst, in jedem Fall aber irgendwo gesehen zu haben.
Kunst-Hype: Aufwertung durch Verweis auf Wissenschaftstheorien

Der Titel verweist auf den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik - ein Hype derzeit: sich und sein Kunstwerk auf komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse zu beziehen, und zwar auf so einem abstrakten Niveau, dass alles und jedes darunter fallen kann (siehe den oben erwähnten Förderpreisträger 2008, Hallscheidt). Besonders beliebt sind grundlegende naturwissenschaftliche Theorien, deren Namen selbst jede Oberstudienrätin schon einmal gehört hat, die aber praktisch keiner wirklich kennt. Physiker gehen selten in Kunstausstellungen ...
Relativitätstheorie oder Unschärferelation oder Thermodynamik

Die Relativitätstheorie bietet sich an, ist aber schon ein wenig abgegriffen. Heisenbergs Unschärferelation ist ein Tipp; Kazma hat sich für den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik entschieden: "Insofern konzentrierte Energie dazu tendiert, sich auszudehnen und zu verteilen, wird in letzter Instanz alles auseinanderfallen und verschwinden," so der Ausstellungskatalog. Der bildungsbeflissene Besucher muss den Satz, auf den sich Kazma bezieht, als definitiv schwergewichtig anerkennen. Kazma zeigt in seinen Filmen, dass Mensch und Gesellschaft sich dem Prinzip des Thermodynamik-Satzes widersetzen, denn der Mensch mag´s gern ordentlich.
Sozialthermodynamik im Kunstwerk - Der Zweite Satz der Thermodynamik

Ein Physikstudent meint auf die entsprechende Nachfrage, es könne sein, dass mit dem oben zitierten Satz "sehr theatralisch" die Entropie (ein Maß für die Unordnung) angesprochen werde, die bei allen thermodynamischen Prozessen erzeugt wird. Einschlägige Werke kennen den zweiten Hauptsatz zum Beispiel formuliert als: "Es gibt keine Zustandsänderung, deren einziges Ergebnis die Übertragung von Wärme von einem Körper niederer auf einen Körper höherer Temperatur ist" (Clausius). Das klingt schon weit weniger sozialthermodynamisch.
Rosa Barbas Projektionen: Zum Gähnen

Die zweite Preisträgerin ist Rosa Barba, die bereits mit ihren jungen Jahren gut im Kunstausstellungsgeschäft etabliert ist. Sie projiziert in ihrer Vereinzelung eher bauchlastige Worte auf drei Wände des abgedunkelten Raums: Textfragmente eines adaptierten Renaissance-Chors, rhythmisch, aber stumm. Es geht um Wünsche, um Zukunft und Gegenwart, darum "Wissen und Verständnis" aufzugeben. Negativ könnte dies als "gefühlsduselig", positiv ausgedrückt als "poetisch" bezeichnet werden. Aber auch poetisch wirft das Kunstwerk keinen durch seine Innovationskraft um.

Barba beim Paik-Award: Worte wie gemalt

Im Ausstellungskatalog schreibt Ursula Frohne über Barbas "Coro Spezzato: The future lasts one day", bezieht sich jedoch nicht konkret darauf und klingt alles in allem ziemlich angestrengt, über Anspielungen auf Kino und Westcoast Sinnhaftigkeit in Barbas Projektionen zu finden. Der kunstbeflissene Besucher gähnt und fragt sich, wie oft er solche Projektionen schon gesehen hat. In der Kunsthalle ist gerade eine ähnliche zu sehen (die bezieht sich auf Broodthaers, ist von Susanne M. Winterling und heißt Secret Writing).

[Vera Kriebel]


Fritz Schaumann (* 22. April 1946 in Wallensen) ist ein deutscher Politiker und ehemaliger Landtagsabgeordneter (FDP).

Nach dem Schulbesuch mit dem Abschluss der mittleren Reife absolvierte er eine Lehre als Fernmelde-Handwerker. Nach dem Bestehen der Begabten-Sonderprüfung studierte er Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Dortmund und Psychologie an der Universität Münster. Schaumann promovierte zum Dr. paed. Von 1972 bis 1985 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Dortmund. Von 1988 bis 1998 war er Staatssekretär im Bundesminister für Bildung und Wissenschaft und ab 1998 Gründungsdirektor der Privatuniversität Bremen. Bis 2006 war Schaumann Präsident der Jacobs University Bremen. Seit 2006 ist er Präsident der Kunststiftung NRW.

Der FDP gehört Schaumann seit 1967 an. Er ist in zahlreichen Parteigremien vertreten, so z. B. im Landesvorstand der FDP. Seit 1967 ist er Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
Abgeordneter [Bearbeiten]

Vom 30. Mai 1985 bis zum 26. Mai 1988 war Schaumann Mitglied des Landtags des Landes Nordrhein-Westfalen. Er wurde über die Landesliste seiner Partei gewählt und schied im Laufe der zehnten Wahlperiode aus dem Landtag aus.

[wikipedia]

 
 
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