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K21

K21 - Intensif-Station 6 Christian Boltanski - Hans-Peter Feldmann - Kris Martin - Jeff Wall - Mark Leckey
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Christian Boltanski *1944 Paris | El Caso 1988
Die Erinnerung, das Vergessen und der Tod sind zentrale Themen Christian Boltanskis. Er möchte den anonymen Toten und den verschwundenen Menschen ein Denkmal setzen. Dafür bedient er sich der Form des Archivs – Ort der Überlieferung der Geschichte. In seinen „Archiven der Erinnerung“ verwendet Boltanski seit 1969 stets Blechschachteln, Fotos und Archivlampen. „El Caso“ (Der Kriminalfall) ist der Name einer spanischen Boulevardzeitung, die ihr sensationslustiges Publikum mit der detaillierten Beschreibung von Verbrechen lockt. Daraus stammen die Fotografien von Frauen, Männern und Kindern, die – ohne Unterscheidung – sowohl Opfer als auch Täter zeigen. Die Tatortfotografien sind in den Blechdosen aufbewahrt. Die Leinentücher in den Regalen lassen an Leichenschauhaus und Gerichtsmedizin denken.
Aus: „Intensif-Station“ – 26 Künstlerräume im K21

Hans-Peter Feldmann *1941 Düsseldorf | 9/12 front page 2001
Jeder hat Bilder von den Terroranschlägen des 11. September 2001 im Kopf. Sie sind von Medienberichten bestimmt. Hans-Peter Feldmann zeigt 151 Zeitschriftencover vom Tag danach. Die Fotos der angreifenden Flugzeuge und der einstürzenden Zwillingstürme sind zu Ikonen des Grauens und der Verwundbarkeit westlicher Gesellschaften geworden. Doch es gibt auch andere Titelseiten, denen das Ereignis nur eine Nebenzeile wert ist. Feldmann reflektiert in seiner Arbeit den Einfluss des Medienbildes. Zugleich ist er ein begeisterter Sammler, der auch seine Spielzeuge oder Künstlerbücher ausstellt. Dabei unterscheidet er nicht zwischen Bildern und Objekten aus dem künstlerischen oder dem nichtkünstlerischen Bereich.
Aus: „Intensif-Station“ – 26 Künstlerräume im K21

Kris Martin *1972 Kortrijk | 1000 years 2009
„Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden“, beginnt ein Gedicht des Barockdichters Andreas Gryphius. Das Hauptmotiv jener Epoche, die Vanitas – die Vergänglichkeit des Lebens und die damit verbundene Sinnfrage – beschäftigt auch den Belgier Kris Martin. Mit minimalistischer Formensprache reflektiert er „1000 years“ und „Mr“ Zeitlichkeit. Die 850 kg schwere Eiselkugel soll sich mittels eines chemischen Zusatzes in 1000 Jahren selbst zerstören. Im Kontrast zu dieser langen Zeitspanne steht die Kürze des Augenblicks und des eigenen Lebens: In „Mr“ sieht man im Vorübergehen für einen Moment sein Spiegelbild aufblitzen. „Ich sehe jedes einzelne Stück als eine Einladung an den Betrachter, sich der Betrachtung hinzugeben: die individuellen Gedanken über das eigene Leben zu aktivieren.“
Aus: „Intensif-Station“ – 26 Künstlerräume im K21

Jeff Wall *1946 Vancouver | The Drain 1989
Die Mehrzahl der Fotografien, die Jeff Wall bis in die jüngere Vergangenheit vorwiegend in Form von großen Dialeuchtkästen realisierte, zeigen keine beobachteten Situationen, sondern sind aufwendig inszeniert. Dabei setzt der Künstler und Kunsttheoretiker zumeist Laienschauspieler mit großer Präzision in Szene. Häufig liegen den durchdachten Bildkompositionen Vorlagen aus der Kunstgeschichte zugrunde. Viele der Fotografien verweisen auf Erfahrungen und Erlebnisse, die im kollektiven gesellschaftlichen Bewusstsein verankert sind. So könnte etwa „The Drain“ als Bild für die Pubertät und das Bewusstwerden der eigenen Sexualität verstanden werden.
Aus: „Intensif-Station“ – 26 Künstlerräume im K21

Mark Leckey *1964 Birkenhead | Shades of Destructors 2005
Der Film des Turner Prize-Gewinners 2008 Mark Leckey bezieht sich auf Graham Greenes Kurzgeschichte „The Destructors“ (1954). Er folgt einer Jugendgang, deren Wut über die Gesellschaft sich in der sinnlosen Zerstörung eines Hauses entlädt. Leckey zitiert popkulturelle Vorbilder wie den Kultfilm „Donnie Darko“ (2001) des amerikanischen Regisseurs Richard Kelly. Er montiert aber auch Fotografien des amerikanischen Konzeptkünstlers und Architekten Gordon Matta-Clark (1943–1978), der Gebäude mit der Motorsäge zerschnitt oder Teile davon entfernte, um ihr skulpturales Potenzial freizulegen. Zerstörung und schöpferischer Akt fallen hier in eins – genau wie die Jugendlichen im Film mit ihrem Vandalismus zugleich ein neues Raumgefüge schaffen.
Aus: „Intensif-Station“ – 26 Künstlerräume im K21

 
 
Haupt-Quelle: http://www.cultrd.tv/
 
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