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Quadriennale

K20 - Joseph Beuys - Rudel - Part 6
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Beuys boomt

Erstellt 09.09.10, 09:41h, aktualisiert 09.09.10, 11:34h
Joseph Beuys ist wieder da. Bald 25 Jahre nach dem Tod des charismatischen Künstlers mit dem Hut widmen ihm gleich mehrere Museen in Deutschland Ausstellungen. Die größte davon in Düsseldorf, wo Beuys seine wichtigste Wirkungsstätte hatte.

Joseph Beuys-Kunstwerkes "The Pack (das Rudel)" aus dem Jahr 1969.
DÜSSELDORF - Filigrane, fast flüchtig erscheinende Zeichnungen, abgelegte Alltagsgegenstände und Maschinenteile, schwere Bronze und natürlich Filz und Fett - Das Universum des Ausnahmekünstlers Joseph Beuys (1921-1986) ist höchst komplex. Mit einer großen Retrospektive würdigt die wiedereröffnete Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf den Künstler mit dem markanten Hut. Fast 20 Jahre hatte es in der Landeshauptstadt keine große Ausstellung mehr zu ihrem berühmten Kunstakademie-Professor gegeben. Nun kehrt Beuys nach Düsseldorf zurück.

Von Samstag bis zum 16. Januar zeigt die Kunstsammlung unter dem Titel "Parallelprozesse" fast 300 Werke, darunter zehn große Installationen wie die Schlitten-"Meute", die aus einem rostigen Bulli entspringt ("Das Rudel") oder die Leichenbahren-Installation "zeige deine Wunde". Befremdlich erscheint bis heute die Welt des auch "Schamane" genannten Beuys, der mit Alltagsgerätschaften und Stoffen wie Honig, Schwefel, Blut arbeitete.

Die Direktorin der Kunstsammlung, Marion Ackermann, will nicht weniger als "den ganzen Beuys" zeigen, ohne dabei den Betrachter mit Werken zu überschütten. In den großen Sälen kann der Besucher durch die raumgreifenden Installationen hindurchschreiten. So weit wie möglich wollte Ackermann auf Absperrungen verzichten und Beuys´ Welt so zu einer sinnlichen wie konfrontativen Erfahrung machen.

Eine große Auswahl an Zeichnungen, dazu Skizzenbücher geben einen tiefen Einblick in den Kosmos Beuys: Gewitter, Vulkane, Frauenakte, und der Tod. Nicht die Dinge selbst, sondern ihren Resonanzraum, ihre Energiefelder erfasste der Zeichner Beuys.

Das umfangreiche Werk wird chronologisch in drei Sälen präsentiert, angefangen mit einem Torso noch in klassischer Bildhauer-Tradition und Zeichnungen, die die tiefe Lebenskrise des Künstlers in den 50er Jahren reflektieren. Fast alles hat bei Beuys eine Bedeutung: das fast beiläufig wirkenden Kreuz aus Rosenzweigen, das später halbierte Kreuz, Hase, Zwerg und der Hirsch, der sein Werk von den Zeichnungen bis zur 1000 Kilogramm schweren Bronze-Installation "Blitzschlag mit Lichtschein auf Hirsch" durchzieht.

Ackermann räumt angesichts der Interpretationsmöglichkeiten des Beuysschen Kosmos, in dem alles mit allem zusammenhängt, ein: "Man kann nie alles wirklich verstehen." Schon der Titel der Schau weist auf die vielen parallelen und sich überlagernden Themen bei Beuys hin. Im "Erweiterten Kunstbegriff" des bis heute umstrittenen Künstlers und Grünen-Mitbegründers verschmolzen politische und künstlerische Utopien zur Sicht auf die Gesellschaft als "soziale Plastik".

In Filmen werden spektakuläre Performances, etwa die mehrtägige Begegnung des Professors mit einem Kojoten in einer New Yorker Galerie dokumentiert. Beuys war auch ein guter Schauspieler, er wusste sich in Szene zu setzen.

Die Schau zeugt auch von der "kreativen" Musealisierung der Werke von Beuys. Ackermann hat zu den großen Installationen wie der "Honigpumpe am Arbeitsplatz" oder "Das Rudel" akribisch Fotos früherer Ausstellungen studiert - nie sahen die Aufbauten gleich aus. Bei der "Honigpumpe" ging offensichtlich mit der Zeit sogar ein Stück Schlauch verloren.

Mit der Witwe des Künstlers, Eva Beuys, die streng über das Werk ihres Mannes und dessen Deutung wacht, gab es bei "Parallelprozesse" offensichtlich keine Probleme. Mehrmals beobachtete sie die Aufbauarbeiten und bescheinigte Ackermann am Ende einen "Sinn für Harmonie".

Damit steht die Schau ganz im Gegensatz zur zeitgleich laufenden Ausstellung "Energieplan" in dem vom Streit mit Eva Beuys gebeutelten Schloss Moyland am Niederrhein. Am Mittwoch ging ein Urheberrechtsstreit zwischen Moyland und Eva Beuys im Landgericht Düsseldorf in eine neue Runde - und Moyland droht eine Niederlage. (dpa)

 
 
Haupt-Quelle: http://www.cultrd.tv/
 
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