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Quadriennale

K20 - Joseph Beuys - Part 8
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Beuys macht
die Biene bereits in den fünfziger Jahren zu seinem künstlerischen Thema. In Teilen seiner Bienen-Ideologie soll er sich auf 15 Vorträge von Rudolf Steiner, die dieser 1923 vor Arbeitern am Goetheanum in Dornach gehalten hatte, beziehen. Durch diese Vorträge "wurde Beuys schon früh auf den Charakter des plastischen Prozesses bei den Bienen und ihren Sekreten Honig und Wachs hingewiesen." (Adriani 1994)

Bekannt sind die Arbeiten "Bienenkönigin I-III" von 1952, drei kleinformatige Objekte aus Wachs auf Massivholzbrettchen. Im (Braun-)Kreuz-Komplex von Wouter Kotte und Ursula Mildner wird die Biene als bewegtes Kreuz interpretiert, und die Bienenflügel sollen eine Hinweis auf die Allgegenwärtigkeit des Geistigen sein.

Die "Honigpumpe am Arbeitsplatz" bestand aus einem 173 Meter langen System von Plexiglasschläuchen, das vom Erdgeschoß bis zum Dach durch dasTreppenhaus des Museums Fridericianum gelegt war. In einem halbkreisförmigen Raum im Erdgeschoß befand sich eine Elektropumpe, die drei Zentner "Honig der Marke Langnese" durch die Schläuche pumpte. Parallel dazu waren zwei Elektromotoren zu sehen, die durch eine 2,60 Meter lange und 12 Zentimeter starke Kupferwelle miteinander verbunden waren. Die Kupferwelle rotierte in 100 Kilogramm Margarine "der Marke Romi, die in 1/2 Kilobechern angeliefert worden war." In einer Ecke des Raumes standen drei leere Bronzekrüge. "Statt des Honigs, der in den Kreislauf eingegangen ist, enthalten sie gleichsam spirituelle Substanzen, nämlich die kreativen Prinzipien der Verteilung, des Eingießens und des Entnehmens". Dieser Maschinenraum war für die Besucher nicht zugängliche, konnte aber von oben eingesehen werden. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Honigpumpe befand sich der Tagungsraum der FIU. An der Fensterseite des Raumes, knapp unterhalb der Decke, waren einige Meter des Plastikschlauchsystems in mehrfachen Windungen über dünne Eisenstangen gerollt. Der FIU-Tagungsraum wurde so in den zirkulierenden Honigkreislauf integriert und mit dem gesamten Museum in Beziehung gesetzt.

Adriani, Konnertz und Thomas meinen zur Honigpumpe: "Waren in den frühen Arbeiten der Honig das Symbol für das Wärmeelement und Wachs das Symbol des Kristallinen, des festen Bauens, aus welchen Polen Beuys seine plastische Theorie gestaltet hatte, wird die Honigbiene nun auch in ihrer staatenbildenden Fähigkeit Symbolträger und schafft so die Verbindung zur sozialen Plastik der Gesellschaft als Kunstwerk."

Eine zentrale Bedeutung bekommen die "Honigpumpe am Arbeitsplatz" und die Bienen also in der Beuysschen Gesellschaftstheorie. Stachelhaus meint: "Es lohnt sich, Beuys´ Gedanken nachzuspüren, denn praktisch entwickelt er am Beispiel der kleinen Bienen seinen "Erweiterten Kunstbegriff" und seine "Soziale Plastik"."

 
 
Haupt-Quelle: http://www.cultrd.tv/
 
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