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Quadriennale

K20 - Joseph Beuys - Coyote - Part 5
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Franz Billmayer

Leben mit Beuys

"WAS WOLLT IHR mit Beuys? Das ist ein alter Faschist." Sagte mein Lehrer Robert Jakobsen mit einer abwertenden Handbewegung, sobald wir auf Joseph Beuys zu sprechen kamen.

Das war in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre. Beuys war berühmt und in aller Munde. Man hatte ihn als Professor aus der Kunstakademie in Düsseldorf hinausgeworfen, weil er sich massiv für die Interessen der Studenten eingesetzt hatte. Eine ziemlich einmalige Aktion an deutschen Hochschulen. Joseph Beuys war eine feste Institution auf der documenta in Kassel. Joseph Beuys hatte eine »Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung« gegründet. Joseph Beuys diskutierte überall mit. Joseph Beuys setzte sich dabei immer für die Freiheit des Individuums und für die Entfaltung der Kreativität des einzelnen ein. Joseph Beuys hatte neue Materialien in die Kunst eingeführt. Joseph Beuys war eingestanden oder uneingestanden ein Vorbild, an ihm mußte man sich orientieren. Viele von uns Studenten arbeiteten mit Fundstücken, alten Jute-Säcken, gebrauchten Gegenständen etc. Wir glaubten an die Installation als raumbezogenes neues Ausdrucksmittel für die Plastik. Beuys beeinflußte unsere Arbeiten, er konnte keinen gleichgültig lassen.

Robert Jakobsen setzte ihn gleich mit Nazi-Künstlern.

Joseph Beuys trat mit Hut, Anglerweste und Blue Jeans auf. Er ähnelte eher einem Hippie als ..., auf keinem Fall sah er aus wie ein alter Nazi. Er wirkte jung und sportlich.

Robert Jakobsen war Däne. Dänemark war von Deutschland überfallen worden. Die Dänen hatten unter dem Faschismus zu leiden. Robert Jakobsen war im antifaschistischen Widerstand.

Während der Studentenunruhen (die Kunstakademie war ein wichtiges Münchner Zentrum) hatte er mit den Studenten diskutiert und sich dabei große Autorität verschafft. Robert Jakobsen war ein überzeugter Demokrat, liberal und fortschrittlich. Robert Jakobsen hatte nie studiert. Robert Jakobsen war körperlich. Er war stolz auf seine Kraft, er schätzte gutes Essen. »Erfolg muß man essen!« sagte er. Sein Hintergrund war das Handwerk, die Materialgerechtigkeit. Sein Ziel die reine und freie Kunst in der Tradition der Konstruktivisten der zwanziger Jahre. Er hielt sich an die Maxime, daß Künstler nicht oder nicht viel über ihre eigene Arbeit reden sollten. Das Tun zählte mehr als langes und kompliziertes Räsonieren. Im Zweifelsfall hatten seine Arbeiten keine Titel. Er arbeitete in den siebziger Jahren mit Stahl, den er mit Kraft in abstrakte Skulpturen formte.

 
 
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