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Heinrich Heine

Heine und Konsorten 4 - Dziersk, Gerresheim, EiAg, Conrad
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Werk von Randolf Conrad

Ob der Wein nun charmant ist oder nicht, nach Teer oder Leder schmeckt, kann er beim besten Willen nicht beurteilen. Den Duft von Akazienhonig nimmt er nicht wahr. Und wo sollen sich der weiße Pfeffer und die reifen Birnen verstecken? Jens Stark, der im wirklichen Leben als Bauunternehmer seinen Mann steht, kann nicht glauben, dass er vier Nasen haben soll, bislang ist er mit einer ja auch ganz gut klargekommen. Aber Randolf Conrad, seines Zeichens Wein-Fachberater, besteht darauf: Wer Wein - ob rot oder weiß, ob Riesling oder Bordaux - richtig ansprechen, also das Aroma beschreiben will, muss seine vier Riecher einsetzen.

Der Mann vom Fach macht es vor: Ein wenig Wein einschütten, aus dem ungeschwenkten Glas die Duftstoffe aufsaugen. Anschließend wird durch das Schwenken des Glases die Weinoberfläche vergrößert, und je mehr Sauerstoff, desto intensiver das Aroma. Die dritte Nase erschließt sich dem, der sie tief ins Glas steckt, so wie es sich normalerweise nicht gehört. Kurz nachdem der Wein das Glas verlassen hat, also langsam im Mund hin- und hergeschoben wurde, lassen sich durch Nachriechen im leeren Glas letzte Geruchseindrücke gewinnen.

Jens Stark ist beeindruckt, so wie die übrigen Seminarteilnehmer, die sich in dem gemütlichen Gutshof in Meerbusch-Büderich versammelt haben, um mehr über Wein zu erfahren. Seit einigen Wochen wird in der Viniversität Schluck um Schluck bei Kursen für Einsteiger, darunter "Wein probieren wie ein Profi" (98 Mark), "Der Schlüssel zum Wein" (85 Mark) oder "Reisen ins Piemont" und in die "Heimat deutscher Weine", die Werkzeugkiste der Weinkunde geöffnet.

"Wein trinken ist einfach", meint Michael Pleitgen, Geschäftsführer und Leiter der Wein-Uni, "aber Geschmack und Genuss mit allen Sinnen muss man lernen. Bisher gab es in Deutschland nur Volkshochschul-Kurse oder die universitäre Ausbildung zum Diplom-Ingenieur für Weinbau und Kellerwirtschaft", erklärt der 46 Jahre alte gelernte Betriebswirt und Pädagoge aus Freiburg. Die vom Hamburger Großversender Hawesko unterhaltene Weinschule, die alles über Trauben und Trinken lehrt, soll die Lücke für den Endverbraucher schließen. Nach dem erfolgreichen Start in Meerbusch eröffnen in diesem Jahr noch Viniversitäten in Dortmund, Köln, München, Berlin und Hamburg.

So wie der Wein in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland boomt, so sehr steigt auch das Interesse, mehr über die guten Tropfen zu erfahren. Claudia Maroder aus Düsseldorf, eine der Teilnehmerinnen im Einsteiger-Seminar, weiß zwar, welcher Wein ihr schmeckt und welcher nicht, aber sie will auch wissen, welcher Wein zu welchem Essen passt.
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Denn schon längst gilt nicht mehr die Regel: weißer Wein zu weißen Fleisch oder Fisch. So kann sich Trainer Randolf Conrad durchaus zur gegrillten, mit Kräutern fein abgeschmeckten Dorade auch einen leichten Rotwein vorstellen. Bloß zum Heringsstipp - da ist der Fachmann ganz sicher - passt nur ein kühles Bier.

Die Seminarleiter kommen übrigens entweder aus der Erwachsenenbildung und haben zusätzliches Fachwissen über Oechsle und Tannine erworben, oder sie besaßen bereits die Weinkompetenz und machten einen Trainerschein. Daher ist es an der Viniversität auch erstmals möglich, die Zertifikate der Weinschule "The Wine & Spirit Education Trust" mit Sitz in London in deutscher Sprache zu erwerben. Die Diplome sind eine Vorstufe des international anerkannten "Master of Wine".

So hoch hinaus will das junge Ehepaar aus Mönchengladbach nicht: Die beiden Weinliebhaber wollen einfach mehr wissen und besser genießen. Wie gut, dass sie ihm das Seminar zum Geburtstag geschenkt hat...

 
 
Haupt-Quelle: http://www.cultrd.tv/
 
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